27.05.2014 von Sven Ste­phan

Kön­nen Hirn­to­te mit Wer­bung aus dem Ko­ma er­weckt wer­den?

Aus pu­rer Ver­zweif­lung - ver­steht sich. Sie kön­nen ja nicht Zap­pen. Bö­se. Bö­se. Und Vor­sicht - be­vor jetzt wie­der je­mand denkt, das wä­re ja wohl mei­ne ver­zwei­fel­te Sicht der Din­ge, dem sei in al­ler Deut­lich­keit ge­sagt...na ja...be­dingt.

Die­ser Ge­dan­ke stammt nicht von mir, son­dern ... ist das nicht egal?

Denn es ist nicht nur un­sen­si­bel, son­dern ab­so­lu­ter Un­sinn! Wer­bung ist längst nicht so ner­vend und so tot, wie man meint. Manch ein ge­sun­der Geist wür­de sich das vi­el­leicht wün­schen (wenn er sie sieht), aber Wer­bung ist nun ein­mal so  all­ge­gen­wär­tig und all­um­fas­send wie noch nie. Zum Glück - ich le­be ja da­von.

Ich wür­de die­sen ra­di­ka­len Ge­dan­ken­gang da­her eher et­was re­la­ti­vie­ren. Vi­el­leicht da­hin­ge­hend: Die gu­ten Geis­ter der Wer­bung ha­ben sich lei­der ir­gend­wann in Luft au­ge­föst und wur­den seit­dem nicht mehr ge­sich­tet.

Ja - die bes­ten Vor­bil­der für aus­ge­spro­chen gu­te Wer­bung sind lei­der al­le längst schon tot. Be­deu­tungs­los und in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Und die Wer­ber von heu­te sind nicht ein­mal sch­lech­te Ko­pi­en da­von. Aber wie soll man die Geis­ter ru­fen, die man nicht kennt? Und wer soll­te es tun?


Ein Ho­ward Luck Gos­sa­ge ist so ein gei­st­rei­ches Vor­bild aus gu­ter al­ter Wer­be­zeit, des­sen glor­rei­chen Ar­bei­ten mich u.a. da­zu in­spi­riert ha­ben, den wun­der­ba­ren Be­ruf des Wer­be­tex­ters aus­zu­ü­ben. Ei­gent­lich woll­te ich ja reich wer­den - aber dann hat mich die Wer­bung be­geis­tert. Und Sät­ze wie der nach­fol­gen­de sind es, die das auch heu­te noch tun: "Nie­mand liest Wer­be­an­zei­gen. Die Men­schen le­sen, was sie in­ter­es­siert. Und manch­mal ist es ei­ne Wer­be­an­zei­ge".

So ein­fach hat er es in Wor­te ge­fasst und dar­auf­hin ge­nia­le Kam­pag­nen ent­wi­ckelt. Ich ni­cke, ni­cke, ni­cke...und wäh­rend ich den letz­ten Satz die­ses Ar­ti­kels über Gos­sa­ge le­se ni­cke ich ganz be­son­ders hef­tig: „Doch lei­der ist sei­ne Art, Wer­bung zu ma­chen, heu­te fast ver­ges­sen.“

Ja. Das ist scha­de, denn ich bin mir si­cher - sie wä­re nach wie vor sehr er­folg­reich.

Aber so­lan­ge...Vor­sicht, es folgt ein lan­ger Satz...die meis­ten "Mar­ke-Ting­ler" nur den bil­li­gen bun­ten Bild­chen und mög­lichst ein­fa­chen, un­miss­ver­ständ­lich emo­ti­ons­lo­sen wie auch geist­lo­sen Bot­schaf­ten hin­ter­her­ren­nen, Wer­bung nur als rei­nen Kos­ten­fak­tor se­hen und nicht als klu­ge In­ves­ti­ti­on in den Fort­schritt und die Ent­wick­lung ei­nes Un­ter­neh­mens, Pro­duk­tes und ei­ner Mar­ke - so­lan­ge wird sich der lie­be Herr Gos­sa­ge noch in sei­nem Gr­a­be wäl­zen und der­weil an sei­ner Kam­pag­ne zur Wie­der­au­f­er­ste­hung sei­ner Per­son oder zu­min­dest doch der Wer­be­kom­mu­ni­ka­ti­on ba­s­teln müs­sen.
 

Und so scheint es, dass man - frei nach Ogil­vy - auch im Jah­re 2014 -im­mer noch als Bor­dell-Pia­nist mehr Spass ha­ben kann und ein deut­lich höhe­res An­se­hen ge­niesst, als je­der Wer­be­tex­ter in ei­ner so­ge­n­an­ten se­riö­sen Agen­tur.

Hat zu­fäl­lig je­mand ein Kla­vier zu ver­kau­fen?

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