19.03.2015 von Sven Ste­phan

Wer un­ter Euch oh­ne Sün­de ist, zei­ge den ers­ten Stin­ke­fin­ger.

Nichts ist mehr wir­k­lich, wahr, echt und ehr­lich? "Lie­ber Herr Böh­m­er­mann, Herr Jauch und Herr Va­r­u­fa­kis, Dank Ih­nen, fühlt man sich als Me­di­en­kon­su­ment ein­mal mehr da­zu ver­lei­tet, an den Me­di­en zu zwei­feln, und man könn­te re­sig­niert den Stin­ke­fin­ger zei­gen.

Ja. man könn­te sich spon­tan ein­rei­hen in die wü­ten­de Men­ge, die da ruft "Lü­gen­pres­se halt die Fres­se" und ja, man könn­te na­tür­lich auch al­ter­na­tiv gut bür­ger­lich er­zo­gen, al­so still­schwei­gend und kopf­schüt­telnd, re­sig­nie­ren und man könn­te das al­les na­tür­lich auch ganz an­ders se­hen.

Als das was es ist: Wir­k­lich, wahr, echt und ehr­lich. Denn Ma­ni­pu­la­ti­on, Fäl­schung, Täu­schung, Ir­re­füh­rung etc. das al­les ge­hört zum TV-Zei­tungs-und-On­li­ne-Jour­na­lis­mus, zum Fern­se­hen, zur Zei­tung zum Ra­dio und zum In­ter­net und zu all den an­geb­lich se­riö­sen Me­di­en welt­weit wie das Kreuz zu Je­sus ge­hört oder die Gur­ke zu ei­nem gu­ten Glas Hendrick´s Gin.

Wer im Rhein nach Gold sucht muss sich nicht wun­dern, wenn es ihn auf Dau­er fru­s­triert und er da­von nicht rei­cher wird. Und wer im Fern­se­hen, Talk über Talk und Do­ku über Do­ku nach po­li­ti­scher Er­kennt­nis sucht, der muss sich auch nicht wun­dern, wenn er da­durch an Er­kennt­nis nicht rei­cher wird.

Zum Be­trü­ger ge­hört im­mer auch der Be­tro­ge­ne, zum Lüg­ner der Be­lo­ge­ne. Be­tro­gen und be­lo­gen muss man aber erst mal wer­den und da macht es der ei­ne dem an­de­ren manch­mal auch all zu leicht. Soll hei­ßen? Vor­sicht hat noch nie ge­scha­det oder wie Gross­va­ter im­mer sag­te - Ver­trau­en ist gut, Kon­trol­le ist bes­ser. Bin­sen­weis­heit. Lei­der so an­st­ren­gend.

Aus die­sem Grund ist die­se klei­ne Me­di­en­pos­se, rund um den grie­chi­schen Stin­ke­fin­ger, nur ei­ne mehr, die ich dan­bar auf­g­rei­fe. Sie zeigt uns ein­fach das wah­re Ge­sicht...der Me­di­en? Nein das hat­ten wir schon, des Men­schen! Der Typ da gleich ne­ben Dir. Der oder die nun mal - fast schon ge­ne­tisch be­dingt - zwang­haft die Um­welt ma­ni­pu­liert. Zum gu­ten wie zum sch­lech­ten. Das ist nun mal die ganz per­sön­li­che Sicht­wei­se 

An die­ser Stel­le ver­wei­se ich da­her äu­ßerst ger­ne zu ei­nem ech­ten Klas­si­ker, den ich als Jungspund dem Buch­re­gal mei­nes Va­ters ent­nahm. "Ma­ni­pu­lie­ren - aber rich­tig" von Jo­sef Kirch­ner - die Bi­bel mei­ner Ju­gend so­zu­sa­gen.  Das mag nun rück­bli­ckend ei­ni­ges er­klä­ren, un­ter an­de­rem auch wes­halb ich in der Wer­bung und nicht auf der Kan­zel ge­lan­det bin, wo­bei die Kan­zel in der Tat der ein­zi­ge Ort in der Kir­che war, der mich stets in­ter­es­sier­te. Pre­di­gen? Das hat­te doch was. Ja das pass­te durch­aus auch zu mei­ner Bi­bel.

Die Mo­ral hat­te mir je­doch ein Sch­nipp­chen ge­schla­gen und so fand ich es stets ehr­li­cher in der Wer­bung zu ar­bei­ten. Denn war und ist Wer­bung nicht im­mer schon als Wer­bung ge­kenn­zeich­net - qua­si als "Lü­gen­pres­se"?

Wie auch im­mer Sie es se­hen wol­len, mein Fa­zit wur­de auf je­den Fall be­stä­tigt und so nut­ze ich die Me­di­en vor al­lem pas­siv und nach wie vor zur Un­ter­hal­tung. Ich ge­nie­ße die Ma­ni­pu­la­ti­on, auf die ich mich ein­las­se und die ich dann - mit Ver­laub - so­gar er­war­te.

Wer die GEZ und Kir­chen­steu­er da­für be­zahlt, um schlau­er zu wer­den, der wird wahr­schein­lich auch im Bor­dell da­für be­zah­len, ge­liebt zu wer­den. Das tut mir leid. Kom­p­lett.

Aber auf wen bit­te kön­nen wir dann noch ver­trau­en? Was ist das für ei­ne Welt, ein Le­ben - oh­ne Ver­trau­en? Gu­te Fra­ge fin­de ich und vi­el­leicht wä­re ja mal ein An­fang da­mit ge­macht, sich selbst als Ver­trau­ens­per­son ins Feld zu füh­ren. Selbst­ver­trau­en! Selbst­ver­trau­en? Ich weiß, dass ist nicht ge­ra­de das was wir von klein auf ler­nen.

Da­her gleich mal vor dem Spie­gel üben. Stin­ke­fin­ger zei­gen - und bit­te Lächeln!

"Wer ge­gen sich selbst und an­de­re wahr bleibt, be­sitzt die sc­höns­te Ei­gen­schaft der größ­ten Ta­len­te."
Jo­hann Wolf­gang von Goe­the (1749 - 1832)

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