22.12.2016 von Sven Ste­phan

Null Din­ge, die Sie über den Er­folg wis­sen müs­sen. Die aber den­noch funk­tio­nie­ren.

Schon als klei­nes Kind war mir klar: Im Le­ben kommt es al­lei­ne dar­auf an, ganz viel Spass zu ha­ben. Al­le die das nicht so sa­hen und die zu mir sag­ten: „Sven, das Le­ben ist kein Zu­cker­sch­le­cken“, ließ ich na­tür­lich in ih­rem Irr­glau­ben. Denn so war ei­nes schon mal völ­lig klar -  für mich wür­de es im­mer aus­rei­chend Zu­cker ge­ben. 

Soll­ten die an­de­ren ru­hig die Rol­le der Trau­er-Klöp­se ein­neh­men und an Fleiß, Dis­zi­p­lin und den Er­folg von har­ter Ar­beit glau­ben. Ich tanz­te der­weil di­rekt ins Licht, lo­cker aus der Hüf­te her­aus der Son­ne ent­ge­gen, rein ins wil­de Cha­os ge­n­au­so wie zum wohl­tu­en­den Mü­ß­ig­gang. „Al­ways look on the bright si­de of li­fe“ war mein Le­bens­mot­to, lan­ge schon be­vor ich in die wun­der­ba­re Welt von „Mon­ty Py­thon“ ent­deck­te.

War es nicht Ci­ce­ro, der schon sag­te: „Faul­heit ist die Furcht vor be­vor­ste­hen­der Ar­beit“. Stimmt! Und so pf­leg­te ich „ci­ce­ro­kes­s“ mei­ne na­tur­ge­ge­be­ne Furcht vor der Ar­beit und wur­de über die Jah­re hin­weg ein Meis­ter da­rin, das Zu­cker­sch­le­cken und die Träg­heit zu kul­ti­vie­ren. 

Spä­ter las ich auch von Vol­tai­re die­se Zei­len: „Je­der Mensch kommt mit ei­ner sehr gro­ßen Sehn­sucht nach Herr­schaft, Reich­tum und Vergnü­gen so­wie mit ei­nem star­ken Hang zum Nichts­tun auf die Wel­t“. Und so fühl­te ich mich in mei­nem star­ken Drang, nichts be­son­de­res zu tun au­ßer Spaß zu ha­ben, im Ein­klang mit der Na­tur und be­rühm­ter Phi­lo­so­phen.

Na­tür­lich gab es auch da­mals schon vie­le Spaßv­er­der­ber, die mei­ne We­ge kreuz­ten und ver­such­ten, mich vom Pfad der Un­tu­gend ab­zu­brin­gen. An­statt mich dar­über auf­zu­re­gen, gönn­te ich mir den Spaß, ih­nen Recht zu ge­ben. Ich dank­te ih­nen und feu­er­te sie an, noch mehr Men­schen zu be­keh­ren, da­mit sie mög­lichst rasch von mei­ner Bild­fläche ver­schwan­den.

Und so ver­ging die Ju­gend. Was ein Spaß. Na­tür­lich muss­te auch ich dann ir­gend­wann ein­mal Ar­bei­ten und Geld ver­die­nen. Ich er­in­ne­re mich gut. Freun­de, Fa­mi­lie und Be­kann­ten mein­ten da­mals: "Jetzt wirst auch Du end­lich mal den Ernst des Le­bens ken­nen­ler­nen."Ich muss­te sie ent­täu­schen. Denn rasch sch­lich sich bei mir die Er­kennt­nis ein, was für ei­nen Spaß es doch mach­te, Geld zu ver­die­nen. Und je mehr Geld ich ver­die­nen konn­te, um so spa­ßi­ger wur­de es. 

Wer nun meint, er müs­se nur als Spaßvo­gel durchs Le­ben sch­rei­ten, um Er­folg zu ha­ben, der irrt. Ganz im Ge­gen­teil. Zu ei­nem er­folg­rei­chen Le­ben mit er­höh­tem Spaß-Fak­tor ge­hört auch die Er­kennt­nis, daß man je­de Men­ge Freu­de am Le­ben ha­ben kann, oh­ne daß man stän­dig Spaß ha­ben muss. Aber das ist ei­ne an­de­re Ge­schich­te.

Ich weiß nicht ob es nun an Weih­nach­ten liegt, warum ich an die­ser Stel­le null Din­ge, die Sie über den Er­folg wis­sen müs­sen, mit Ih­nen tei­len möch­te? Auf je­den Fall ha­be ich mei­nen Spaß da­bei. Und wie Sie längst wis­sen - al­lein dar­auf kommt es an. 

1. Fra­gen Sie sich bei al­lem was Sie tun - macht mir das Spaß?

Wenn die Ant­wort „Nein“ lau­tet, dann las­sen Sie es sein. Wenn Sie mei­nen, daß geht nicht so ein­fach, dann über­le­gen Sie sich we­nigs­tens, wie Sie aus die­ser trau­ri­gen Num­mer raus kom­men.  Zum Bei­spiel, wie könn­ten Sie dem was Ih­nen kei­nen Spass macht we­nigs­tens et­was Spass abrin­gen? Und wie kön­nen Sie spä­ter, Schritt für Schritt den Din­gen aus den Weg ge­hen, die Ih­nen kei­nen Spaß ma­chen? Ein Bei­spiel: Ich für mei­nen Teil moch­te die Schu­le nicht. Schu­le emp­fand ich als reins­te Zeit­ver­schwen­dung. Den­noch be­griff ich früh, daß mir das Ab­i­tur spä­ter ein­mal die Tü­ren öff­nen wür­de. Zum Bei­spiel für ein Stu­di­um, das mir noch mehr Tü­ren öff­nen wür­de. Da ich an of­fe­nen Tü­ren grund­sätz­lich mehr Spaß hat­te, als an ver­sch­los­se­nen, ent­wi­ckel­te ich ei­ne ge­wis­se Über­le­bens­st­ra­te­gie und Me­tho­de, wie ich in ei­nem Sys­tem Spaß ha­ben konn­te, das ich von Grund auf ver­ach­te­te. Ich ana­ly­sier­te zu­nächst sei­ne Schwach­s­tel­len. In der Re­gel wa­ren dies ja die Leh­rer und ich fand We­ge, mir ei­nen Spaß dar­aus zu ma­chen, die­se Witz­fi­gu­ren für mei­ne Zwe­cke zu ma­ni­pu­lie­ren. Da­bei half mir un­ge­mein ein Buch, das ich zu­fäl­lig in der Bi­b­lio­thek mei­nes Va­ters ent­deckt hat­te. „Ma­ni­pu­lie­ren, aber rich­ti­g“ von Jo­sef Kir­sch­ner. Ei­ne Lek­tü­re, die ich mei­nen Kin­dern als Gu­te-Nacht-Ge­schich­te nicht vo­r­ent­hal­ten wür­de. Auf die­se Wei­se ge­lang es mir selbst in den Jah­ren der größ­ten Zeit­ver­schwen­dung ei­ne Un­men­ge Spaß zu ha­ben. Ich konn­te der Schul­zeit plötz­lich viel Freu­de ab­ge­win­nen, das Le­ben ge­nie­ßen und ich konn­te am En­de die­se Pha­se mei­nes Le­bens mehr mehr oder we­ni­ger er­folg­reich ab­sch­lie­ßen. Ich bin mir si­cher, das kön­nen auch Sie. Egal in wel­cher Pha­se Sie ge­ra­de ste­cken. 

2. Wer kämpft schon für Er­folg? Sie kön­nen ru­hig mal mo­geln. 

Wer Ih­nen sagt, har­te Ar­beit zahlt sich am En­de im­mer aus, der glaubt wahr­schein­lich im­mer noch an die Leis­tungs­ge­sell­schaft. Aber das ist lei­der nur ein ro­man­ti­scher Irr­glau­be. Wir le­ben in ei­ner Er­folgs­ge­sell­schaft und Er­folg hat in der Re­gel sel­ten et­was mit Leis­tung zu tun. Oft ist es Glück. Noch öf­ter ist es Vita­min-B oder die na­tio­na­le und fa­mi­liä­re Her­kunft. Und selbst Sport­ler, die do­pen und Ma­na­ger, die  im gro­ßen Stil be­schei­ßen sind meist er­folg­rei­cher als je­ne, die das nicht tun. Ich sa­ge da­mit nicht, daß die­se Per­so­nen nun un­be­dingt ein Vor­bild für Sie sein soll­ten. Es zeigt je­doch: Wir Men­schen kön­nen auch je­de Men­ge Er­folg und Spaß im Le­ben ha­ben, wenn wir an­de­re be­schum­meln. Und wenn wir schlau ge­nug sind, uns da­bei nicht er­wi­schen las­sen und für den Fall ei­ner Ent­tar­nung aus­rei­chend vor­ge­sorgt ha­ben, dann kann die­ser Spaß so­gar ein Le­ben lang von Dau­er sein. 

Na­tür­lich kön­nen Sie auch auf dem ehr­li­chen Weg je­de Men­ge Er­folg und Freu­de am Er­folg ha­ben, oh­ne da­für kämp­fen zu müs­sen. Sie müs­sen nur das, was Sie tun mit Spass ma­chen. Ich für mei­nen Teil ha­be z.B. wäh­rend mei­ner Stu­den­ten­zeit be­son­ders ger­ne, bis in die frühen Mor­gen­stun­den hin­ein mit an­de­ren zu­sam­men­ge­ses­sen, viel Bier oder Wein ge­trun­ken, ei­ne ge­wis­se Art von schwar­zen Hu­mor ge­teilt und auch viel über Fil­me, Li­te­ra­tur und krea­ti­ve Din­ge ge­quatscht. Mor­gens ha­be ich dann ger­ne lan­ge ge­schla­fen. Als es dar­um ging, ir­gend­wann ein­mal ei­nen Job aus­fin­dig zu ma­chen, der mich auch er­näh­ren wür­de, wur­de ich wie von Geis­ter­hand in die Wer­bung ge­schubst. Dort konn­te ich dann das an­ge­neh­me mit dem nütz­li­chen ver­bin­den weil an­de­re mich da­für be­zahl­ten, daß ich mei­nen Spaß hat­te. Das ist bis heu­te nicht an­ders. Ei­ne per­fek­te Win-Win-Si­tua­ti­on. Denn hät­ten mei­ne Kun­den kei­nen Spaß an dem was ich für sie ma­che, hät­te auch ich nicht den Er­folg, der mir so viel Spaß macht, oder den Spaß, der mich so er­folg­reich macht.  

3. Sie müs­sen Nichts im Le­ben. Nur mal ster­ben. Und selbst da­ran wird ge­ar­bei­tet. 

Wenn Ih­nen je­mand sagt, Sie müs­sen das oder je­nes tun, dann soll­ten bei Ih­nen so­fort al­le Alarm­g­lo­cken läu­ten. Sie müs­sen erst­mal gar nichts, au­ßer at­men, ge­nü­gend Flüs­sig­keit und Nah­rung zu sich neh­men, aus­rei­chend schla­fen, die Son­ne ge­nie­ßen und sich vor Men­schen schüt­zen, die mei­nen sie wüss­ten längst was Sie al­les tun müs­sen. Das fin­den Sie mal sc­hön für sich selbst her­aus. Ich ge­be zu, das ist na­tür­lich leich­ter ge­sagt als ge­tan. Zu­mal uns Men­schen ja von klein auf die Lust am frei­en Wil­len und sei­ner Aus­übung re­gel­recht aus­ge­trie­ben wird. Zur selbst be­stimm­ten Ent­schei­dungs­fin­dung wer­den wir wahr­lich nicht er­zo­gen. Und den­noch - ge­nau da­rin liegt der Kern des Übels wie auch Ih­res Er­fol­ges. Mei­ne Emp­feh­lung. Ent­mis­ten Sie Ihr Le­ben. Tren­nen Sie sich von al­lem was Sie glau­ben müs­sen, tun zu müs­sen. Tren­nen Sie sich von den „Das-musst-Du-tun-Men­schen“ und von ih­ren „Das-muss-ich-tun-Vor­stel­lun­gen“ und er­fin­den Sie sich neu. Vi­el­leicht hilft Ih­nen da­bei die Er­kennt­nis, daß ihr Le­ben ver­dammt kurz ist und es je­de Se­kun­de um Sie ge­sche­hen sein könn­te. Wie scha­de, wenn Sie die letz­ten Stun­den in Ih­rem Le­ben dann nur das ge­macht ha­ben, was Sie an­geb­lich tun muss­ten und nicht wir­k­lich woll­ten. Sie wol­len in Ih­rem Le­ben mehr Spaß und Er­folg ha­ben? Dann  fan­gen Sie end­lich da­mit an, es zu tun. Die Zeit läuft ab. Und nicht ver­ges­sen - Sie müs­sen das nicht.  

Ich ver­ab­schie­de mich nun erst ein­mal mit ei­nem Lied­chen - be­vor es mir zu lang­wei­lig wird. 

Ihr Sven Ste­phan 

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