23.06.2012 von Sven Ste­phan

No­men est omen - die Kri­se braucht kla­re Na­men!

Al­so ich muss mal was los­wer­den. Je­der, der meint, in mei­ner Ge­gen­wart noch ein­mal et­was über „DIE Grie­chen, DIE Spa­ni­er, DIE Por­tu­gie­sen, DIE Ita­lie­ner und na­tür­lich auch DIE Deut­schen (wei­te­re DIE Na­tio­na­li­tä­ten au­to­ma­tisch mit ein­be­grif­fen) los­wer­den zu müs­sen, den be­stra­fe ich mit ei­nem Jahr Freund­schafts­ent­zug - mich selbst in­be­grif­fen.

Ich ge­be es ja zu: Ich er­tap­pe mich auch im­mer wie­der da­bei, DIE Schul­di­gen in all den Kri­sen sch­nell dort zu su­chen und zu fin­den, wo es am ein­fachs­ten ist. In der BILD Zei­tung zum Bei­spiel. Aber je­der, der durch di­rek­te aus­län­di­sche Kon­tak­te, über Fa­mi­li­en und Freun­de in den be­trof­fe­nen Län­dern, oder durch ein paar Rei­sen mit of­fe­nen Au­gen und Oh­ren ei­nen au­then­ti­sche­ren Blick­win­kel auf die ak­tu­el­le Kri­sen-Si­tua­ti­on in Eu­ro­pa hat, spürt doch ein viel grö­ße­re Elend, das so­zu­sa­gen still und heim­lich im Fron­tend agiert und nach wie vor fet­te Ge­schäf­te macht (fet­te­re als je zu­vor)

DIE ...(wel­chen Eu­ro­päer auch im­mer Du hier ein­setzt) sind es in ih­rer Mehr­heit auf je­den Fall nicht. Und so ist es kaum über­ra­schend, dass zum Bei­spiel die Mehr­heit der mir per­sön­lich be­kann­ten Spa­ni­er es durch­aus be­grü­ß­en wür­den, wenn ih­re Ban­ken so­fort Plei­te ge­hen. Denn sie ha­ben ja eh nichts Er­spar­tes auf dem Kon­to.

Hoch be­zahl­te aus­län­di­sche Ex­per­ten wie Oli­ver Wy­man und Ro­land Ber­ger se­hen das aber ganz an­ders, wie z.B. in ei­ner, von der spa­ni­schen Re­gie­rung be­zahl­ten Auf­trags­ar­beit. Un­se­re Ex­per­ten al­so wie­der! Und wisst ihr was?  Aus ge­nau  die­sem Grund schla­ge ich euch al­len und mir selbst mal vor, an­statt wei­ter­hin platt und geist­los im­mer von den Grie­chen, den Spa­ni­ern etc. zu re­den, nen­nen wir doch ab so­fort lie­ber mal all die Su­per-Ex­per­ten, die schlau­en Un­ter­neh­mens­be­ra­ter, ge­bil­de­ten Wirt­schafts­wei­sen und klu­gen Wirt­schafts-Jour­na­lis­ten, die pro­fes­sio­nel­len Ban­ken-Chefs, die Ban­ken-In­ha­ber und die vie­len Po­li­ti­ker, die uns den Sta­tus Quo ein­ge­brockt ha­ben und jetzt un­ser Zu­kunft neu ge­stal­ten bei ih­ren Vor- und Zu­na­men.

Set­zen wir ih­nen öf­f­ent­li­che Denk­mä­ler und las­sen dann die Tau­ben den Job er­le­di­gen, den wir uns vi­el­leicht wün­schen wür­den. Aber hö­ren wir doch end­lich auf da­mit, den ei­gent­li­chen Op­fern die Schuld zu ge­ben. Al­lein schon des­halb, weil wir mit 2 Bil­lio­nen öf­f­ent­li­chen Schul­den wahr­schein­lich sch­nel­ler da­zu­ge­hö­ren wer­den als ge­dacht. Ja, ja - DIE De­tu­schen...wie auch im­mer - kri­ti­sche und tief­sin­ni­ge­re Qu­el­len wie mein Blog-Bei­trag, al­so fol­g­lich sol­che und sol­che, mo­ti­vie­ren un­ge­mein über DIE wah­ren Kri­sen-Aus­lö­ser und Kri­sen-Ge­win­ner nach­zu­den­ken.

Und wenn wir ih­nen dann zu­künf­tig noch Na­men und Ge­sich­ter zu­zu­ord­nen kön­nen, dann wird das si­cher­lich so ma­ches Ge­spräch und  man­che Dis­kus­si­on un­ge­mein be­rei­chern. WIR EU­RO­PÄER soll­ten uns das Wert sein!!

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