22.09.2014 von Sven Ste­phan

Netz­wer­ken ist ja so ein dre­cki­ges Ge­schäft - oder?

"Psy­cho­lo­gie: Netz­wer­ken macht ein dre­cki­ges Ge­fühl", le­se ich und den­ke - was für ei­ne Steil­vor­la­ge für ei­nen neu­en Blog-Bei­trag. Passt ge­ra­de gut. Denn vor lau­ter Nicht­netz­wer­ken ha­be ich ge­ra­de ir­re viel Zeit und auch ein aus­ge­spro­chen sau­be­res Ge­fühl, dass das was wird

Kennt ihr das auch? Kurz mal auf Xing ge­we­sen und gleich steht man wie­der un­ter Du­sche? Nicht et­wa, um sich den Dreck ab­zu­sch­rub­ben, der ei­nem dort be­geg­net - aber nicht doch - son­dern um sich wie­der rein­zu­wa­schen von dem Sch­mutz, der auf der sen­si­b­len See­le las­tet und den man vor lau­ter Selbst­ver­ach­tung auch noch selbst pro­du­ziert.

"Hab ich das al­les nö­t­ig? Muss ich mich hier wir­k­lich her­um­t­rei­ben, prä­sen­tie­ren und gar an­bie­dern?" Ob auf Xing oder ir­gend so ei­ner Netz­wer­ver­an­stal­tung? Den Wich­tig­tu­ern wich­tig kom­men? Das Sie­ger­lächeln auf­ge­setzt ob­wohl es ei­nem seit lan­gem nicht mehr zum La­chen ist?"

Ja, ja - das Be­rufs­le­ben ist schon ein dre­cki­ges Ge­schäft. Kar­rie­re ma­chen ganz be­son­ders und beim Le­sen die­ser Zei­len dach­te ich so­fort an - "Ver­ge­wal­ti­gung". Ist es nicht so, dass sich vie­le Ver­ge­wal­ti­gung­s­op­fer - so­fern sie ein sol­ches Ver­b­re­chen glück­li­cher­wei­se über­le­ben - eben­falls zu­erst un­ter die Du­sche stel­len als in das nächs­te Po­li­zei­re­vier?

Stellt sich al­so die Fra­ge, ob auf so­ge­nann­te Netz­werk­tref­fen nichts an­de­res pas­siert, als dass hier rei­hen­wei­se po­ten­ti­el­le Ar­beits­kräf­te ver­ge­wal­tigt wer­den - zu­min­dest doch ih­re See­len. Aber wie ge­schieht so et­was und wie kann man sich am bes­ten da­vor schüt­zen?

"Spiel nicht mit den Sch­mud­del­kin­dern sing nicht ih­rer Lie­der..."

In die­sem Ar­ti­kel heisst es am En­de:„Um ein Kar­rie­re-Event zu über­ste­hen, oh­ne sich hin­ter­her un­wohl zu füh­len, soll­ten sich die Teil­neh­mer ei­ne wich­ti­ge Fra­ge stel­len: "Was kann ich mei­nem Ge­gen­über an­bie­ten?"

Nun ich den­ke, lie­be Le­ser, das soll­te auf kei­nen Fall der ei­ge­ne Kör­per sein, so­lan­ge man sich nicht rein pro­fes­sio­nell, auf die­se Art Bu­si­ness zu trei­ben ver­steht und da­bei mo­ra­li­sche Kon­f­lik­te ge­konnt aus­b­len­den kann. Vi­el­leicht ein Dusch­gel? Wie­so nicht?! So­zu­sa­gen als Ein­la­dung zu ei­nem ge­mein­sa­men Rei­ni­gung­se­vent, um da­nach noch ein­mal frisch, fromm, fröh­lich und frei von vor­ne an­zu­fan­gen? Ja, ich den­ke das wä­re mach­bar, wenn auch durch­aus...schräg?!

An­bie­ten? An­bie­ten? An­bie­ten? Ich für mei­nen Fall ha­be se­kun­den­lang dar­über nach­ge­dacht und bin mir im­mer noch nicht ganz im Kla­ren dar­über, was da­mit ge­meint ist, zu­mal es auch nicht wei­ter aus­ge­führt wird. Be­s­te­chung oder doch wie­der Prosti­tu­ti­on? Oder gar bei­des?!

„Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nas­s“. Ja so könn­te man das gan­ze La­men­tie­ren na­tür­lich auch be­sch­rei­ben und sich die Fra­ge stel­len, warum tritt man ei­gent­lich frei­wil­lig in Scheis­se, wenn man den Ge­ruch nicht aus­ste­hen kann? Oder et­was fein­geis­ti­ger, mit den Wor­ten der schlau­en Tan­te Jo­lesch kom­men­tiert: „Was setzt du dich hin Kar­ten spie­len mit Leu­ten, was sich hin­set­zen Kar­ten spie­len mit dir?“

So nach­zu­le­sen in ei­nem durch­aus emp­feh­lens­wer­ten Büch­lein na­mens "Die Tan­te Jo­lesch oder Der Un­ter­gang des Abend­lan­des in An­ek­do­ten".

Al­so mei­ne lie­ben Drecks­pat­zen. Ich ver­ab­schie­de mich aus die­sem Bei­trag ein­mal mehr mit mei­nen bes­ten Wün­schen für ein glück­li­ches und mög­lichst selbst­be­stimm­tes Le­ben. Mö­ge die Macht mit euch sein - durch­aus auch mal bei dem Ver­such auf das zu ver­zich­ten, was nicht glück­lich macht. Und soll­te das al­les nicht so sein, so wünsch ich euch doch we­nigs­tens ein gu­tes Blatt oder ei­ne Du­sche in der Nähe.

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