22.06.2013 von Sven Ste­phan

„Ish bin kein Be­ar­lee­ner“ - son­dern schon was mehr.

„Ish bin ein Be­ar­lee­ner“. Ach was wa­ren das doch für "gu­te al­te Zei­ten". Da gab es noch Gut und Bö­se. Schwarz und Weiss. Und was Ken­ne­dy da­mals sag­te, wuss­te gleich je­der ein­zu­ord­nen. Es ging um Frei­heit. Um den „Kampf für die Frei­heit“ und den „kla­ren und auf­rich­ti­gen Wi­der­stand ge­gen Dik­ta­tu­ren je­g­li­cher Ar­t“.

Und heu­te - „Ich in ein Sy­rer? Ich bin ein Ägyp­ter? Ich bin ein Tür­ke?“ Die Zeit ist über­reif für min­des­tens ei­nen eu­ro­päi­schen Staats­mann oder ei­ne -Frau, die sol­che ei­ne Bot­schaft den bür­ger­li­chen und li­be­ra­len Kräf­ten in die­sen Län­dern als mut­ma­chen­de und ein­deu­tig so­li­da­ri­sche Bot­schaft zu­ruft.

Im­mer wie­der hö­ren wir von un­se­ren Po­li­ti­kern in Talk­shows wie wich­tig doch die­ses De­mo­k­ra­tie und Frei­heits­mo­dell Eu­ro­pa für un­se­re Welt sei. Scha­de, dass Sie dies nicht in al­ler kämp­fe­ri­schen Klar­heit und Deut­lich­keit den Men­schen in die­sen Län­dern zu­ru­fen. Men­schen, die Tag ein Tag aus Ihr Le­ben aufs Spiel setz­ten für ein Min­dest­maß an Grund- und Men­schen­rech­ten, die für uns al­le so selbst ver­ständ­lich sind.

Aber es geht ja wie im­mer ums Bu­si­ness und um di­p­lo­ma­ti­sche Sta­bi­li­tät. Es je­dem Recht ma­chen und nur nicht pro­vo­zie­ren. Man könn­te fast mei­nen - Eu­ro­pa hat Angst, oder Eu­ro­pa ist durch und durch kor­rupt und ver­lo­gen. Ich den­ke - bei­des trifft es ganz gut. Und Ame­ri­ka? Auch die­ses Land hat längst je­g­li­chen mo­ra­li­schen Füh­rungs­an­spruch ver­spielt. Und so kom­men wir zum Kern des Pro­b­lems. Dem Ver­sa­gen der west­li­chen Eli­ten. Der po­li­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len und selbst re­li­giö­sen.

Es wir al­so wie­der Zeit, sich an ei­ne Pa­ro­le zu er­in­nern, die so ak­tu­ell ist wie nie: „Wir sind das Vol­k“. „Wir sind Ägyp­ter“. „Wir sind Tür­ken“. „Wir sind Sy­rer“. Und „Wir sind all die Völ­ker die­ser Welt, die kei­nen Bock mehr ha­ben auf kor­rup­te Po­li­ti­ker und Wirt­schaft­s­e­li­ten und auf die­se al­ten, ach so wei­sen Män­ner, die sich un­se­re ei­ne Welt un­ter den Na­gel reis­sen und uns ih­re be­g­renz­ten Sicht­wei­sen von der Welt auf­zwin­gen wol­len, die Hass pre­di­gen und uns Völ­ker ge­gen ein­an­der aus­spie­len, uns ge­gen­sei­tig auf­het­zen und in Krie­ge trei­ben.“ Wir sind die Völ­ker die­ser ei­nen Welt, die sich in Lie­be, Re­spekt, Gleich­heit, Brü­der­lich­keit, Ei­nig­keit, Recht, Tol­le­ranz und Frei­heit an ih­rer Viel­sei­tig­keit er­f­reu­en wol­len. „Wir sind das Volk ei­ner Welt, das die Schn­au­ze ge­s­tri­chen voll hat von all de­nen, die das nicht ka­pie­ren.“

„Ish bin ein Be­ar­lee­ner“...ich weiss, die­se Bot­schaft war so viel ein­fa­cher und so viel kla­rer. Sie war auch so viel "mu­ti­ger". So ist die west­li­che Welt heu­te längst nicht mehr. Aber ich glau­be fest da­ran, dass in wei­ter Zu­kunft die Kin­der un­se­rer Kin­des­kin­der, nach vie­len Höhen und Tie­fen, vi­el­leicht auch noch nach gro­ßen Krie­gen und star­ken Rück­schlä­gen, einst vol­ler Stolz aus­ru­fen wer­den. „Wir sind die Welt­bür­ger.“ In die­sem Sin­ne blei­be ich auf mei­ne ganz per­sön­li­che Art und Wei­se ein be­schei­de­ner und ein­sei­ti­ger Ken­ne­dy-Fan.

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