18.06.2012 von Sven Ste­phan

40.000 Eu­ro im Mo­nat? Und Schluss mit lus­tig?

Ei­gent­lich möch­te ich po­li­ti­sche The­men an die­ser Stel­le ja grund­sätz­lich ver­mei­den.  Aber so ist das mit den Grund­sät­zen und wie soll­te ich auch er­ah­nen, dass mich Frau Kip­ping, die neue Che­fin der Link­s­par­tei, zu ei­nem neu­en Blo­gein­trag in­spi­riert.

Ih­re Idee be­trifft mich zwar we­ni­ger, macht mich aber, rein fik­tiv be­trach­tet, durch­aus be­trof­fen. Ei­ne 100-Pro­zent-Steu­er auf al­les, was man über 40.000 Eu­ro im Mo­nat ver­di­ent? Frau Kip­ping - nicht mit mir! Da hört der Spass doch schon auf, kaum dass er be­gon­nen hat. Ei­ne For­de­rung, die mir mal wie­der deut­lich zeigt, dass Ge­noss­se und Ge­nuss ein­fach nicht zuam­men pas­sen. Sagt sie doch ernst­haft:„Ich sa­ge: Ab 40.000 Eu­ro im Mo­nat gibt es kein Mehr an Le­bens­ge­nus­s“. Und da fra­ge ich mich doch ganz spon­tan: „Wo­her weiß Sie das nur und wo bit­te bleibt denn hier die Fan­ta­sie?“ Au­ßer­dem - wenn schon, denn schon. Dann ge­hört es sich für ei­ne auf­rich­ti­ge Lin­ke auch gleich nach­zu­le­gen und zu er­klä­ren:„Bei uns Lin­ken hört ein zu­sätz­li­che Lust­ge­winn spä­tes­tens bei 4.000 Eu­ro im Mo­nat auf - wenn nicht so­gar be­reits beim Er­rei­chen des Exis­tenz­mi­ni­mums!“

Men­schens­kin­der, lie­be Lin­ke. 40.000 Eu­ro im Mo­nat? Bei so viel Asche mö­gen ja so man­chem Trink­hal­len-Be­su­cher gleich die Pan­tof­feln un­ter den Füs­sen ab­fa­ckeln, aber wer sich mit ech­tem Lu­xus, Stil und wah­rem Le­bens­ge­nuss aus­kennt, der weiß doch wies es läuft: "Ja das ist schon recht nett,so ein Sümm­chen, aber nett kommt be­kannt­lich kurz vor..."
Bei 40.000 Eu­ro im Mo­nat drängt sich dem ober­fläch­li­chen Geist na­tür­lich so­fort ei­ne Fra­ge wie die­se auf: „Wie vie­le Rolex kann ein Män­ner­arm schon tra­gen?“ Kommt vi­el­leicht ja auf die Mu­ckies an, sag ich da nur! Oder „Wie vie­le Sport­wa­gen müs­sen denn un­be­dingt in der Ga­ra­ge ste­hen?“ Na ja, wie vie­le Ta­ge hat die Wo­che, ein Mo­nat, das Jahr???

Al­so, lie­be Frau Kip­ping, ich fin­de Sie be­wei­sen mal wie­der deut­lich, dass die Lin­ke vor al­lem für ei­nes steht - Lust­lo­sig­keit ge­paart mit Fan­ta­sie­lo­sig­keit.

Au­ßer­dem - warum nur an gei­le Sport­wa­gen oder fet­te Lu­xus-Li­mou­si­nen den­ken? Auch ein He­li­k­op­ter muss ge­tankt, ver­si­chert und ge­war­tet wer­den. Nicht min­der ein Pri­vat­jet und selb­st­re­dend ei­ne Jacht. Al­lein schon die Bil­der, die sich mir beim Sch­rei­ben auf­drän­gen, er­zeu­gen ein deut­lich ge­s­tei­ger­tes Lust­ge­fühl und ich muss auf­pas­sen, dass mei­ne flin­ken Fin­ger­chen nicht im Sab­ber aus­rut­schen, der von mei­nem Kinn tropft.

Aber selbst we­ni­ger "prol­lig" ge­dacht. Auch ei­ne öko­lo­gi­sche Vor­rei­ter­rol­le kann ja durch­aus ge­nuss­för­dernd sein. Ein ei­ge­ner Wind­kraft­park mit mei­nem Na­men? Das hät­te was. Den En­er­gie­be­darf mei­nes Hau­ses kom­p­lett au­to­nom ver­sor­gen? Wie herr­lich wär das denn? Und hät­te ich mal eben 101.800 Eu­ro für „ei­nen Fis­ker Kar­ma“ zur Ver­fü­gung, dann wür­de ich mich wohl auch in ei­nem Öko-Sch­lit­ten deut­lich bes­ser füh­len.

Frau Kip­ping, Frau Kip­ping - da geht noch was. Vi­el­leicht wä­re ich ja bei ei­ner Null schon eher bei Ih­nen. Ei­ne hal­be Mil­lio­nen im Mo­nat? Aber ich be­fürch­te, selbst bei die­ser Sum­me wä­ren mei­ner Fan­ta­sie noch im­mer kei­ne Gren­zen ge­setzt...das liegt vi­el­leicht aber auch da­ran, dass ich noch vie­le an­de­re lus­ti­ge, ge­nuss­vol­le und wohl­tu­en­de Ide­en ha­be, die man mit Geld um­set­zen kann.

Ja - auch so was nied­li­ches wie "ganz viel Gu­tes tun". Und selbst da­bei ver­traue ich seit eh und je mehr der Krea­ti­vi­tät je­des Ein­zel­nen als noch so je­dem "ge­rech­ten" Staat und "selbst­ge­rech­ten" Lin­ken oh­ne je­g­li­che, fre­che, lus­ti­ge, fröh­li­che und in­spi­rie­ren­de Fan­ta­sie...

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