24.04.2016 von Sven Ste­phan

Der Is­lam ge­hört zu Deut­sch­land wie das Amen in der Kir­che

"Ge­hört der Is­lam zu Deut­sch­land?" Die­se Fra­ge er­scheint mir schon seit Jah­ren so sinn­los wie die Fra­ge: "Ge­hört der Dö­ner zu Deut­sch­land?"

Ich ver­ste­he die­se gan­ze Dis­kus­si­on nicht wir­k­lich, bzw. wie sie ge­führt wird. Das Pro­b­lem: Wie de­fi­nie­ren wir ei­gent­lich die­ses „ge­hört zu Deut­sch­lan­d“ ? Wie ge­hen wir da­mit um und was mei­nen vor al­lem die­je­ni­gen, die es im­mer wie­der zi­tie­ren, es be­jaen oder vern­ei­nen. 

Was ge­hört zu ei­ner gu­ten Cur­ry­wurst? Für mich auf je­den Fall schon mal ein eis­kal­ter Bier. Und was ge­hört zu ei­nem deut­schen Puff? Lei­der auch ost­eu­ro­päi­sche Zwang­s­prosti­tu­ier­te! 

Ja Licht und Schat­ten ge­hö­ren zu Deut­sch­land.

Und Hand aufs Herz: „Er ge­hört zu mir wie mein Na­me an der Tür“, das wir wohl kaum je­mand von uns fröh­lich vor sich hin träl­lern, wenn er an den Is­lam denkt. 

Du kennst den Song nicht? Dann nimm halt Len­ny Kra­vitz:

„You are the fla­me in my he­art 
You light my way in the dark 
You are the ulti­ma­te star  

You lift me from up abo­ve 
Your un­con­di­tio­nal lo­ve 
Ta­kes me to pa­ra­di­se 

I be­long to you 
And you
You be­long to me too.“ 

Auch so et­was wird wohl kaum je­mand in Deut­sch­land sin­gen, wenn er an den Is­lam denkt. Au­ßer vi­el­leicht der bö­se Is­la­mist mit Sp­reng­stoff­gür­tel un­ter uns (der früh­er oder spä­ter wahr­schein­lich auch zu Deut­sch­land ge­hö­ren wir). 

Ja, ja - was hat der gu­te Herr Wulff da­mit nur sa­gen wol­len? Ei­ne in­tel­lek­tu­el­le Glanz­leis­tung war die­ser Aus­spruch si­cher­lich nicht und um so trau­ri­ger ist es, dass er all zu häu­fig von auf­rech­ten De­mo­k­ra­ten völ­lig un­dif­fe­ren­ziert und fast schon got­tes­fürch­tig wie­der­holt wird. 

Wer stimmt mir zu: die Deutsch-Rus­sin He­le­ne Fi­scher und die bay­ri­scher Weiß­wurst ge­hö­ren zwei­fel­los zu Deut­sch­land. Auch Rober­to Blan­co und das Schwarz­brot. 

Warum nur tun wir es uns mit dem Is­lam so schwer? 

Ach ja - der nor­da­me­ri­ka­ni­sche Wasch­bär, ei­ne Pla­ge, ge­hört auch zu Deut­sch­land. Die chi­ne­si­sche Woll­hand­kr­ab­be lei­der auch, so­wie das in­di­sche Spring­kraut. Sie al­le ge­hö­ren zu Deut­sch­land und sie al­le gel­ten als Schäd­lin­ge oder lö­sen wie die Bei­fuß-Am­bro­sie ei­ne all­er­gi­sche Re­ak­ti­on aus. 

So­mit könn­te selbst ein auf­rich­ti­ger Ras­sist gut­ge­la­unt hin­aus­po­sau­nen - ja der Is­lam ge­hört zu Deut­sch­land wie die läs­t­i­ge Ti­ger­mü­cke zu Bran­den­burg.

Wo­von ma­chen wir es al­so ab­hän­gig, dass et­was zu Deut­sch­land ge­hört? Ge­hört Sci­en­to­lo­gy zu Deut­sch­land? Und wenn nicht - wie­so dann bit­te nicht? 

Ein ver­reg­ne­ter Som­mer? Neo­na­zis? Waf­fen­ex­por­te? Ja - das al­les ge­hört zu Deut­sch­land! Dann kommt's doch auf den Is­lam auch nicht mehr an - oder? 

Und wei­ter. Was heisst es denn ge­nau, wenn ir­gend­was und ir­gend­wer zu mir ge­hört?

Muss ich es dann au­to­ma­tisch mö­gen? Ich mag zum Bei­spiel mei­ne Haa­re nicht! Ba­na­nen, die zwei­fel­soh­ne zu Deut­sch­land ge­hö­ren, mag ich auch nicht. Und sor­ry - Kohl­rou­la­den has­se ich. 

An­de­re Fra­ge: Darf man sich ei­gent­lich von et­was tren­nen, das mal zu ei­nem ge­hör­te? Dann fra­gen wir doch mal ei­nen Chr­ir­ur­gen und so man­chen Krebs­pa­ti­en­ten. Und - über 30% al­ler Ehen wer­den heu­te ge­schie­den…al­so auch die „Tren­nung“ ge­hört zu Deut­sch­land, wie der Kir­chen­au­s­tritt zu ei­nem gu­ten Ka­tho­li­ken.

Ich, für mei­nen Teil weiß sehr ge­nau, was ich vom Is­lam zu hal­ten ha­be: Er ge­hört zu Deut­sch­land wie die das Amen in der Kir­che. 

Bei­des mag ich nicht, so wie ich al­le gro­ßen Welt­re­li­gio­nen grund­sätz­lich nicht mag und mir wünsch­te die Men­schen wür­den we­ni­ger Glau­ben, mehr Nach­den­ken und vor al­lem deut­lich mehr Mit­füh­len. 

Was ich aber sehr mag, das ist z.B. in ei­nem Land zu le­ben (al­so noch in ei­nem Land zu le­ben), in dem ich das sa­gen darf und mich so­gar über Re­li­gi­on lus­tig ma­chen kann. Das ge­hört näm­lich auch zu Deut­sch­land.

Und so fra­ge ich mich im­mer und im­mer wie­der. Wie­so die­ser Satz? Wie­so die­se end­los blö­de und nicht wei­ter­füh­r­en­de Dis­kus­si­on wer zu wem ge­hört oder auch nicht? 

Ja - auch Dumm­heit ge­hört zu Deut­sch­land!

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Kom­men­tar von Franz | 05.05.2016

"Der Is­lam ge­hört zu Deut­sch­land".

Der Satz ist ähn­lich mit "Die Selbst­ver­s­tüm­me­lung ge­hört zu Deut­sch­land".
Denn: his­to­risch ge­hört der Is­lam so we­nig zu Deut­sch­land wie die Selbs­ver­s­tüm­me­lung.
Deut­sch­land ist ein frei­es Land (Frei für Deut­sche, und nicht "frei" im Sin­ne... Frei für Il­le­ga­le Ein­wan­de­rung).

Der in Deut­sch­land rech­tens le­ben­de Bür­ger, ge­niesst Frei­heit. Dies be­in­hält auch die Frei­heit des Deut­schen Bür­gers "sich selbst zu ver­s­tüm­meln", oder "dem Is­lam bei­zu­t­re­ten".
Aber zu be­haup­ten, dass "der Is­lam zu Deut­sch­land ge­hö­re", ist ein­fach ein Satz der nicht die rich­ti­ge Ba­lan­ce hat.
Was stark zu Deut­sch­land ge­hört ist (un­ter an­de­rem!) die Christ­li­che Tra­di­ti­on und nicht der Is­lam.

Ich schä­me mich für Deut­sch­land, wenn es den Bür­gern in ei­ner un­ver­hält­nis­mä­ß­i­gen Wei­se ver­b­rei­tet, dass der Is­lam zu Deut­sch­land ge­hö­re.
Nein, in der Wei­se... ge­hört er nicht zu Deut­sch­land. Statt des­sen ist es die Frei­heit (der Bür­ger), die zu Deut­sch­land ge­hört. Das ist das höhe­re Gut.
Es ist Blöd­heit, oder Un­ver­ant­wort­lich­keit, oder ge­ziehl­te Ma­ni­pu­la­ti­on… wenn in ei­nem se­lek­ti­ven Wahn von po­liti­cal cor­rect­ness… ne­ben­säch­li­che Tat­sa­chen her­vor­ge­ho­ben wer­den; und den Bür­gern un­ter­ge­rie­ben wer­den.