06.05.2013 von Sven Ste­phan

Der ame­ri­ka­ni­sche Traum? Der ei­ne schluckt Pil­len, der an­de­re schluckt Blei!

Spie­gel-On­li­ne weiss es mal wie­der - die US-Ärz­te ver­sch­rei­ben Kids zu sch­nell Psy­cho­phar­ma­ka.

Da­zu fällt mir nur ein - Sturm­ge­weh­re und Psy­cho­phar­ma­ka? Mensch, da se­he ich doch gleich je­de Men­ge Po­ten­tial für er­folg­rei­che Cross­mar­ke­ting-Kam­pa­ga­nen. In die­sem Sti­le vi­el­leicht?

„Ihr Kind ist ein Zap­pel­phi­l­ipp? Dann ge­ben Sie ihm mor­gens 2 Pil­len „Pe­a­ce­ma­ker­s“ und Abends zum au­s­to­ben ge­nü­gend Pa­tro­nen für sei­ne AK 47. Für ein fried­li­ches Kind - Tag und Nacht.“

„Sie su­chen noch die pas­sen­den Pil­len zu den Pa­tro­nen? „Pe­a­ce­ma­ker­s“ und ihr Kind macht sei­nen Frie­den mit der Welt.“

„Früh­er hat un­ser Klei­ner im­mer mit sei­ner AK-47 auf sein Brü­der­chen ge­zielt. Seit­dem wir ihm re­gel­mäs­sig „Pe­a­ce­ma­ker­s“ ge­ben, zielt er nur noch auf die Nach­bars­kin­der.“ 

„Seit­dem die Kids in der „Bush High­school“ je­den Mor­gen ih­re „Pe­a­ce­ma­ker­s“ schlu­cken ha­ben Sie auch kei­ne Angst mehr vor den AK-47 ih­rer Mit­schü­ler.“ 

„Seit­dem Jim­my re­gel­mäs­sig sei­ne Pe­a­ce­ma­kers schluckt zap­pelt er mit sei­ner AK-47 auch nicht mehr so im Kin­der­stuhl her­um. Auch die­se El­tern be­stä­ti­gen es - „Pe­a­ce­ma­ker­s“ und die AK-47 ha­ben ihr Haus ein gro­ßes Stück si­che­rer ge­macht.“

„Oh­ne mei­ne „Pe­a­ce­ma­ker­s“ wür­de ich be­stimmt al­le in mei­ner Schu­le ab­k­nal­len. Mit „Pe­a­ce­ma­ker­s“ reicht mir zum Glück schon mein Schwes­ter­chen.“

„Pe­a­ce­ma­ker­s“ und ih­re Kids schie­ßen nicht mehr gleich auf al­les was sich be­wegt.

Da rat­tern ja nur so die Ide­en wie aus ei­nem Sturm­ge­wehr.

Au­ßer­dem er­öff­nen sich hier je­de Men­ge neue Ge­schäft­s­i­de­en. Denn auf je­den Fall ge­hö­ren ja nun bei Rei­sen in die USA ei­gent­lich auch ku­gel­si­che­re Wes­ten mit ins Ge­päck. Weil die­se aber viel zu viel wie­gen, könn­te ich mir „De­fen­se-Po­ints“ an al­len ame­ri­ka­ni­schen Flug­hä­fen und Grenz­über­gän­gen vor­s­tel­len, wo man sich die­se dann für die Zeit des Au­f­ent­hal­tes an­mie­ten kann. Im Ideal­fall gibt es gleich die Mög­lich­keit, sich dort auch mit Knar­ren und aus­rei­chen­der Muni­ti­on ein­zu­de­cken. Das soll­te doch ei­gent­lich im Land der un­be­g­renz­ten Mög­lich­kei­ten auch für Aus­län­der kein Pro­b­lem sein. Ich den­ke es wä­re an­sons­ten ein Leich­tes, die Waf­fen­lob­by für die­se Ge­schäft­s­i­dee zu be­geis­tern und die ame­ri­ka­ni­sche Ge­set­zes­la­ge dem all­ge­mei­nen Men­schen­recht zur Selbst­ver­tei­di­gung - auch für Aus­län­der vor US-Bür­gern- an­zu­pas­sen.

Auch könn­te ich mir Rei­se­füh­rer vor­s­tel­len, die ex­p­li­zit Tou­ren durch die USA auf­zei­gen bei de­nen man im­mer ei­nen ge­büh­r­en­den Si­cher­heits­ab­stand zu ris­kan­ten „Dan­ger Po­ints“ ein­hal­ten kann: wie z.B. zu Schu­len, Kin­der­gär­ten, Spiel­plät­zen, Vergnü­g­ung­s­park für Kin­der und zu Pro­b­lem­vier­teln mit ei­ner ho­hen Dich­te an Fa­mi­li­en mit Kids.

Auch hät­te ich da be­reits ei­ne in­ter­es­san­te Idee für hei­mi­sche Rei­se-Ver­an­stal­ter und USA-Spe­zia­lis­ten, die in Ko­ope­ra­ti­on mit ame­ri­ka­ni­schen Kriegs­ve­te­ra­nen di­ver­se Sur­vi­val-Trai­nings an­bie­ten könn­ten. In die­sen er­hal­ten po­ten­ti­el­le USA-Rei­sen­de dann wich­ti­ge Über­le­bens-Tipps. Die Slo­gans schütt­le ich da doch ganz lo­cker aus dem Hand­ge­lenk in mei­ne Mac-Ta­staur wie z.B. „Ge­nie­ßen Sie Ame­ri­ka oh­ne Schuss­ver­let­zung“, „Yes you can - Wer zu­erst schießt, lacht am bes­ten.“ oder „10 Über­le­bens-Tipps für USA-Rei­sen­de - da­mit ihr Rück­flug nicht im Frach­traum statt­fin­det.“ Al­so da­ran wird es ga­ran­tiert nicht schei­tern...

Lo­ve, Pe­ace and Hap­pi­ness? Mensch - wir wa­ren noch nie so nah dran. Schie­ßen wir uns den Weg zum Glück nur wei­ter­hin ein­fach frei. Und wer sich da­ran stört, der be­kommt ein­fach sei­ne sü­ße Me­di­zin. Al­les wird gut.

Zu­rück

Ei­nen Kom­men­tar sch­rei­ben