04.12.2015 von Sven Ste­phan

Denk ich an Deut­sch­land

Frei nach „Hein­rich Hei­ne“

Ta­ges­ge­dan­ken

Denk' ich an Deut­sch­land die­ser Mor­gen,
wach­sen stän­dig mei­ne Sor­gen,
Ich kann nicht mehr die Au­gen ver­sch­lie­ßen
Und mei­ne hei­ßen Trä­nen flie­ßen.

Die Ta­ge kom­men und ver­gehn!
Seit ich die Hei­ter­keit nicht ge­sehn,
So vie­le Jah­re schon sind hin­ge­gan­gen,
Es wächst mein Seh­nen und Ver­lan­gen.

Mein Seh­nen und Ver­lan­gen wächst.
Die Hei­ter­keit hat mich be­hext,
Ich den­ke im­mer an die Lie­be,
An Ver­nunft und Klug­heit statt der Hie­be.

Die Leich­tig­keit hab ich so lieb
Und was mich stets zum Hei­te­ren trieb,
Das seh ich heu­te sehr be­droht,
Von Krieg und Elend und schwe­rer Not.

Ich se­he wie die Welt er­zit­tert,
Wie tief mein Deut­sch­land wird er­schüt­tert,
Wie Po­li­tik mit Ge­walt agiert,
Und der Fried­sa­me an Hoff­nung ver­liert.

Auch Eu­ro­pa liegt mir stets im Sinn.
So vie­le Jah­re flos­sen nun da­hin,
So vie­le Jah­re sind ver­f­los­sen,
Und so viel Blut wur­de ver­gos­sen.

Hat Eu­ro­pa ewi­gen Be­stand?
Bleibt mei­ne Hei­mat ein le­bens­fro­hes Land?
Was wer­de ich dort in Zu­kunft fin­den?
Mord und Tot­schlag un­ter Ei­chen und Lin­den?

Nach dem Va­ter­land lechzt ich nie so sehr,
Nach Deut­sch­land aber um so mehr.
Denn mei­ner Hei­mat droht Ver­der­ben,
Die Hei­ter­keit dort liegt im Ster­ben.

Wenn Sol­da­ten un­ser Land ver­las­sen,
Weil an­de­re mei­ne Hei­mat has­sen,
Ver­tei­di­gen Sie dann mit dem Ge­weh­re
Die Le­bens­f­reu­de die ich so eh­re?

Muss ich nicht fra­gen nach den Zie­len
Warum Sol­da­ten für mich fie­len,
Warum mit ih­nen so vie­le Lei­chen
Nun auch mein Froh­sinn soll­ten wei­chen?

Und durch mei­nen Fern­se­her bricht
Fran­zö­sisch trau­ri­ges Nach­rich­ten­ge­sicht,
Das selbst der al­ler­sc­höns­te Mor­gen,
Mir nim­mer neh­men kann die deut­schen Sor­gen.

Wann wird je­ner Mor­gen kom­men,
Da mir der letz­te Mut ge­nom­men,
Mit hei­te­rem Ge­müt zu st­rei­ten,
Im Le­ben Froh­sinn zu ver­b­rei­ten?

Denk ich an Deut­sch­land Nacht und Tag,
Ich kaum noch zu ver­ste­hen mag,
Wo­für mein Land auf­rich­tig steht
Wo­für es wie­der zum Krie­ge geht?

Warum such es mit al­ler Macht,
Stets in der Fer­ne die gro­ße Schlacht
Wenn Hass und Ver­der­ben doch zu Hau­se blühen
Und un­se­re Ju­gend zu ih­ren Pre­di­gern ge­hen?

Denk ich an Deut­sch­land vol­ler Le­bens­lust
Ich näh­me mir or­dent­lich all die zur Brust,
Die un­ser Le­ben be­wusst ver­ro­hen,
Und un­se­re Frei­heit im In­ne­ren be­dro­hen.

Denkt an Deut­sch­land, ver­gesst es nicht.
Lacht dem Hass übe­rall ins Ge­sicht,
Singt und tanzt für die Hei­ter­keit,
Und macht euch für den letz­ten Kampf ge­scheit.

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