20.11.2014 von Sven Ste­phan

Da spuck ich doch gleich mal ein paar Ide­en aus.


Da­mit es klar ist - ich fin­de es un­säg­lich mit wel­cher Re­spekt­lo­sig­keit es Po­li­zis­ten zu­neh­mend in Deut­sch­land zu tun ha­ben. Und Po­li­zis­ten oder auch an­de­re Men­schen zu be­s­pu­cken - das ge­hört sich schon mal gar nicht. Und wer als Spu­cker zu­dem noch ei­ne an­ste­cken­de Krank­heit mit sich trägt, dem soll­te man - ein­mal ein­ge­fan­gen - für län­ge­re Zeit so was wie die­sen "Be­gin­ner's Ball Gag-red" ums Maul sch­nal­len und zum Tra­gen ei­nes T-Shirts mit der Auf­schrift „Hier kommt Spu­cki“ zwin­gen.

Ja, ich weiß, ich schie­ße mal wie­der ein Stück weit übers Ziel hin­aus. Aber die­se Voll­s­pu­cke­rei emp­fin­de schon als ei­ne be­son­ders er­nie­d­ri­gen­de Schand­tat, die ich nicht nach­voll­zie­hen kann. Üb­ri­gens ge­n­au­so we­nig wie die­se hier be­schrie­be­nen „An­ti-Spuck-Hau­ben aus Baum­wol­le“ zum Schutz der Po­li­zei.

Wie­so gibt es bit­te kei­nen bes­se­ren Spuck­schutz für die Beam­ten? Denn ich fra­ge mich ernst­haft - wie will man ei­nem ag­gres­si­ven Spu­cker solch ei­ne Mas­ke über­haupt auf­set­zen, oh­ne vor­her kom­p­lett voll ge­rotzt zu wer­den? Erst­mals ins Bein schie­ßen vi­el­leicht?

Das Re­gen­schirm-und Gum­mis­tie­fel-Prin­zip lehrt mich doch was ganz an­ders. Schu­he an­zie­hen, Schirm auf­span­nen und im­mer sc­hön tro­cken blei­ben. Al­so erst gar nicht da­mit an­fan­gen, den Pfüt­zen oder Re­gen­wol­ken ir­gend­was über­zu­stül­pen.

Oder an­ders nach­ge­dacht - wer näh­ert sich bit­te frei­wil­lig ei­nem wild her­um spu­cken­den La­ma, um ihm ei­ne Hau­be auf­zu­set­zen? Oder ei­nem Stink­tier in Ak­ti­on? Ich mei­ne, wenn so ein Stink­tier dro­hend sei­nen Schwanz hebt und da­mit an­zeigt, dass es in Kür­ze ein übel rie­chen­des und stark rei­zen­des Se­k­ret ab­sprit­zen wird (und das im üb­ri­gen bis zu 6 Me­ter weit), wä­re es dann wir­k­lich sinn­voll den Ver­such zu star­ten, dem Stink­tier ei­ne Plas­tik­tü­te über die Analdrü­se zu stül­pen?

Als schon mal rein in­“s­tin­k“­tiv wür­de ich doch eher deut­li­chen Ab­stand zu der­art sch­lecht ge­la­un­ten We­sen hal­ten und mich still und heim­lich da­von sch­lei­chen. Und wenn das nicht geht - so wür­de ich zu­min­dest mal in De­ckung ge­hen und Ab­stand hal­ten.

Nun gut - die Po­li­zei kann und darf sich mein Ver­hal­ten na­tür­lich im Ernst­fall nicht zum Vor­bild neh­men. Denn oft muss ein­ge­grif­fen wer­den, wo an­de­re nur ge­lang­weilt auf den Bo­den spu­cken und zu­schau­en. Aber noch ein­mal - sich wild ge­wor­de­nen Spu­ckern mit ei­ner Baum­woll­hau­be näh­ern??? Das hat schon et­was sel­ten Ko­mi­sches.

Aus die­sem Grund stel­le ich mei­ne Krea­ti­vi­tät der Po­li­zei auch völ­lig eh­renamt­lich zur Ver­fü­gung, wenn es dar­um geht, sich bes­se­re Schutz­me­cha­nis­men ge­gen der­art pri­mi­ti­ve oder völ­lig ver­wirr­te Zeit­ge­nos­sen aus­zu­den­ken.

Ein Vor­schlag fiel mir schon ganz spon­tan beim Le­sen der ers­ten Zei­len ein: der harm­lo­se Ein­satz ei­ner Spritz­pi­s­to­le, die nicht et­wa Was­ser, son­dern z.B. das Se­k­ret ei­nes Stink­tie­res ver­spritzt. Auch könn­te man über K.O.Trop­fen nach­den­ken, die man dem Spu­cken­den je­doch di­rekt in den Mund schies­sen müss­te, was wie­der­um ei­ne ge­wis­se Treff­si­cher­heit der Beam­ten vor Ort vor­aus­setzt.

Auch könn­te ich mir den Ein­satz ei­ner Pro­fi-Zwil­le mit Ku­gel­spen­der gut vor­s­tel­len. Wo­bei ich mir durch­aus den Ein­satz von Präz­i­si­ons-Stahl­ku­geln wünsch­te, die sich beim Auf­tref­fen auf den Kör­per fest da­rin ver­ha­ken und ir­gend­ei­ne Dro­ge frei­set­zen wo­durch dem Tä­ter schla­g­ar­tig die Spu­cke weg­b­leibt.

Dem ein oder an­de­ren, wie auch mir, mag evtl. auch der Ein­satz ei­nes Schwer­tes so wie je­nes der ge­heim­nis­vol­len Mi­chon­ne in Wal­king Dead in den Sinn kom­men. Aber was sich bei der Zom­bi-Be­kämp­fung als durch­aus be­währ­te Waf­fe er­wie­sen hat, er­scheint mir in die­sem Fal­le doch et­was ra­biat.

Wie auch die sehr ef­fek­ti­ve und aus si­che­rem Ab­stand ab­zu­feu­ern­de Arm­brust-Waf­fe des Da­r­yls, der in der gleich­na­mi­gen Zom­bie-Se­rie er­folg­reich da­mit han­tiert. Die­se müss­te nur in ab­ge­wan­del­ter Form ein­ge­setzt wer­den. Ich ha­be da eher ex­t­ra-stark haf­ten­de Püm­pel-Pfei­le oder Saug­g­lo­cken-Pfei­le vor Au­gen, die sich am Mund­werk des Spu­cken­den fest­sau­gen und die­ses gross­zü­g­ig um­sch­lies­sen.

Was gin­ge noch? Der Ein­satz di­ver­ser Stan­gen­waf­fen wä­re si­cher­lich auch noch zu über­den­ken. His­to­risch durch­aus be­währt - auch wenn heu­te je­der so­fort nach dem Elek­tro­scho­cker ruft. Die­se Waf­fer ist mir je­doch in ih­rer gan­zen Hand­ha­bung viel zu kli­nisch und fan­ta­sie­los. Nein ei­ne Stan­gen­waf­fe macht da schon mehr her. Als Wurf­ge­schoss eher schwie­rig zu ver­wen­den, aber als ei­ne zwei­hän­dig zu füh­r­en­de Lang­s­tan­ge, an der sich ei­ne Sch­lin­ge be­fin­det, die man dem Op­fer um den Hals wer­fen könn­te..ja das wä­re doch was !!...die Sch­lin­ge müss­te man dann per Knopf­druck nur noch ruck­ar­tig zu­zie­hen kön­nen, so dass der Tä­ter erst­mal nach Luft schnap­pen muss und gar nicht mehr zum Spu­cken kommt.

Auch hier sei ge­sagt - der Ein­satz ei­nes Mor­gens­terns als Stan­gen­waf­fe er­scheint so­gar mir mir er­neut zu bru­tal.Es geht ja im­mer noch in ers­ter Li­nie um das Ein­fan­gen des Spu­ckers um ihm spä­ter mit dem Bäll­chen-Kne­bel und dem T-Shirt zu be­stra­fen und zu ou­ten.

Wie auch im­mer - ich den­ke der Krea­ti­vi­tät soll­ten hier im Grun­de kaum Gren­zen ge­setzt wer­den, wenn es dar­um geht den Po­li­zei­beam­ten die Ver­wen­dung der An­ti-Spuck­hau­ben zu er­spa­ren.

Last but not least wür­de ich an die­ser Stel­le auch ein­mal über die Aus­bil­dung der Po­li­zis­ten in asia­ti­schen Kampf­küns­ten nach­den­ken. Wer kennt sie nicht die­se flie­gen­den Kung-Fu-Kämp­fer? Und man muss ja nicht gleich To­des­grü­ße ver­sen­den, son­dern ein­fach ein paar Dre­hun­gen um die ei­ge­ne Ach­se, dann ab­he­ben und mit dem Fuss kräf­tig auf die Spu­cker-Brust schla­gen - und gut ist.

Ei­ne Me­tho­de, die durch­aus Er­folg ver­sp­re­chend ist wie man hier sieht und die in ent­sp­re­chen­den Kul­tur­k­rei­sen z.B. längst schon von Ste­war­des­sen prak­ti­ziert wird. Al­so Vor­sicht, wenn man mal auf dem Flug nach Pe­king ein paar Eis­wür­fel ins Glas spuckt...

Nun gut. Es ist ja lei­der wie so oft im Le­ben und un­se­rem Bu­si­ness-All­tag. Wir Krea­ti­ven wer­den ein­fach viel zu sel­ten mit ins Boot ge­holt. Und so beibt uns nichts an­de­res üb­rig, als wei­ter­hin fleis­sig in die Hän­de zu spu­cken und selbst dann zu lie­fern, wenn wir über­haupt nicht ge­fragt wur­den.

In die­sem Sin­ne wünsch ich uns al­len viel Glück beim täg­li­chen Kampf für krea­ti­ve Lö­sun­gen und da ich euch nicht drei­mal über die lin­ke Schul­ter spu­cken kann, sag ich ab­sch­lie­ßend nur „Toi. Toi. Toi.“

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