03.07.2015 von Sven Ste­phan

Ab ins Ge­fäng­nis - ge­he nicht über Los.

Ei­ne Aus­sa­ge ei­nes ame­ri­ka­ni­schen Mas­sen­mör­ders und Ma­fio­si ist mir die Ta­ge wie­der ein­ge­fal­len. Die­se lau­te­te in et­wa so: „Wenn Du auf kri­mi­nel­le Wei­se si­cher Geld ver­die­nen willst, dann ge­he in die Po­li­tik.“ Nun - da scheint mir doch was wah­res dran zu sein.

Und so­mit er­scheint mir auch der Wunsch von Eli­na Ma­kri, den sie u.a. in der FAZ pu­b­li­ziert nur ein from­mer: „„Ich wün­sche mir un­se­re Po­li­ti­ker im Ge­fäng­nis“


Die gan­ze Grie­chen­land-De­bat­te zeigt deut­lich, wie un­säg­lich kor­rupt und mo­ra­lisch ver­rot­tet ei­ne po­li­ti­sche Eli­te doch sein kann. Das ist in Por­tu­gal und Spa­ni­en, mei­nes Wis­sens, gar nicht an­ders und ich wa­ge zu be­haup­ten auch Ita­li­en kann da lo­cker mit­hal­ten. Selbst in Deut­sch­land ha­ben Po­li­ti­ker mit Si­cher­heit ge­nü­gend Dreck am Ste­cken - nur ist die­ser Filz schein­bar noch nicht ganz so dick, dass er gleich ein gan­zes Land er­stickt. Oder vi­el­leicht ja doch?

Für je­den, der ein we­nig in der Welt her­um­ge­kom­men ist, kom­men die Ent­wick­lun­gen der letz­ten Ta­ge nicht wir­k­lich über­ra­schend. Auf mei­nen Rei­sen wur­de mir schon vor Jah­ren von dem so­ge­nann­ten „klei­nem Mann Eu­ro­pas“, den es ja eben nicht nur in Deut­sch­land gibt, im­mer wie­der ge­sagt: „Wir hof­fen, dass die Po­li­ti­ker in Eu­ro­pa end­lich da­für sor­gen wer­den, dass un­se­re kor­rup­ten Eli­ten wie von ei­nem Ts­u­na­mie weg­ge­spült wer­den“. Der Wunsch nach Mil­li­ar­den von Eu­ros ?? - den gab es gar nicht!!! Der wur­de nie for­mu­liert - nicht von ih­nen. Si­cher­lich aber von den Wirt­schafts-Bos­sen und Po­li­tik-Funk­tio­nä­ren,  ih­ren ge­mein­sa­men Clans, der Be­ton-Ma­fia, die sie dann ja auch er­hal­ten ha­ben. Nein es ging den ganz ein­fa­chen Men­schen um so viel mehr. Um ei­ne struk­tu­rel­le und vor al­lem mo­ra­li­sche Er­neue­rung. Die­ser Wunsch hat sich de­feni­tiv nicht er­füllt.

Das al­les wird die Ta­ge nun mehr als sicht­bar und ideal wä­re es na­tür­lich, wenn man aus all den Of­fen­ba­run­gen der letz­ten Mo­na­te nun end­lich die rich­ti­gen po­li­ti­schen Kon­se­qu­en­zen zie­hen wür­de. Denn wird man es nicht, dann bin ich mir mehr als si­cher, dass sich die Bür­ger Eu­ro­pas im­mer wei­ter von die­sem Eu­ro­pa men­tal ver­ab­schie­den wer­den. Und das ist mehr als fa­tal.

Ver­b­re­chen loh­nen sich - wenn man nur der rich­ti­gen Par­tei an­ge­hört. Nur so kommt man noch mit Si­cher­heit zu et­was in die­sem Eu­ro­pa. So muss man die Ta­ge den­ken. So muss man sei­ne Kin­der er­zie­hen. Denn das ist Eu­ro­pa 2015.

Wer aber die Ver­ant­wort­li­chen für Kor­rup­ti­on, Vet­tern­wirt­schaft, staat­li­che Schlam­pe­rei­en, Büro­k­ra­tie­filz, Be­trugs­de­lik­te von Beam­ten, Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen von Rei­chen usw. nicht end­lich bei Na­men nennt und sie end­lich von den Schalt­he­beln der Macht ent­fernt, der muss sich nicht wun­dern, wenn die „Idee von Eu­ro­pa“ ra­di­kal schei­tert.

Und da­mit sind nicht nur kor­rup­te Po­li­ti­ker in Grie­chen­land, Spa­ni­en, Por­tu­gal usw. ge­meint, son­dern auch die ver­ant­wort­li­chen Po­li­ti­ker in Deut­sch­land, die lei­der kei­ne Idee und kei­ne Ant­wort auf die Fra­gen ha­ben wie sie sich z.B. Eli­na Ma­kri stellt.

In all den Talk­shows und Bei­trä­gen der letz­ten Wo­chen ha­be ich nichts aber auch gar nichts von ei­nem deut­schen Po­li­ti­ker ge­schwei­ge denn von ei­nem grie­schi­schen Po­li­ti­ker hö­ren kön­nen (egal ob Links oder Rechts), wie und wo man die Ju­gend Eu­ro­pas ei­gent­lich ab­ho­len will und wie man die­se für ein neu­es, in­no­va­ti­ves, er­folg­rei­ches, fle­xi­b­les und krea­ti­ves Eu­ro­pa be­geis­tern, nein mit­reis­sen möch­te.

Ja - auch ich wün­sche mir ei­ni­ge un­se­rer Po­li­ti­ker im Ge­fäng­nis. Vor al­len die­je­ni­gen, die mit un­se­ren Steu­er­gel­dern in Eu­ro­pa so großz­ü­g­ig han­tie­ren und im­mer wie­der den glei­chen wirt­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Eli­ten  den Arsch ret­ten und da­mit ei­nen kran­ken und mor­bi­den Ap­pa­rat am Le­ben er­hal­ten, der nichts aber auch rein gar nichts da­für tut, dass Eu­ro­pa ei­ne eu­ro­päi­sche, le­ben­di­ge, krea­ti­ve und mo­ra­lisch in­teg­re Zu­kunft hat.

Zu­rück

Ei­nen Kom­men­tar sch­rei­ben