27.01.2011 von Sven Ste­phan

„Geld, das ist nur Pa­pier“

Ach ja. Wie­der so ein über­flüs­si­ges Pea­nuts-Sta­te­ment ei­nes zy­ni­schen Fi­nanz­sub­jek­tes, dach­te ich mir wäh­rend ich die­se Head­li­ne „Geld, das ist nur Pa­pier“ in ei­ner Ja­nuar-Aus­ga­be des Fo­cus-Mo­ney ent­deck­te, der mir kurz zu­vor im Flie­ger von ei­ner freund­li­chen Da­me, die dort ar­bei­te­te, zur kos­ten­lo­sen Mit­nah­me auf­ge­drängt wur­de.

Lust­los nahm ich das Heft­chen mit und über­leg­te gleich, was man doch Sinn­vol­le­res aus dem dem Pa­pier die­ser Zei­tung hät­te ma­chen kön­nen. Nein, an Kloh­pa­pier dach­te ich zu die­sem Zeit­punkt noch nicht. Eher noch an Geld­no­ten, oh­ne zu er­ah­nen, dass es zwi­schen die­sen ei­gent­lich kei­nen Un­ter­schied mehr gab.

Was war pas­siert? Kurz vor dem Start blät­ter­te ich in Er­man­ge­lung ei­ner bes­se­ren Al­ter­na­ti­ve durch die ge­fühl­te Pa­pier­ver­schwen­dung und be­merk­te, wie mich plötz­lich ein recht ent­spannt wir­ken­der Herr im ak­ku­ra­ten Bu­si­ness-Kleid­chen an­schau­te, der es im Klein­for­mat auf ei­ne Sei­te die­ses schein­bar sehr be­lieb­ten, fi­nanz­po­pu­lä­ren, po­pu­lis­ti­schen Wirt­schafts-Ma­ga­zins ge­bracht hat­te. Na­me: And­reas Beck. Job: Vor­stand des ban­ke­n­un­ab­hän­gi­gen In­sti­tuts für Ver­mö­gens­auf­bau. Er er­in­ner­te mich spon­tan an ei­ne Mi­schung aus Ho­mer...Ho­mer Simp­son und ei­ner mir noch nicht be­kann­ten au­ßer­i­ri­di­schen In­tel­li­genz.

Ein ech­ter Schelm, wenn nicht so­gar Sch­lin­gel - dach­te ich spon­tan bei sei­nem An­blick und hat­te gleich ei­ne un­ge­wis­se Vor­ah­nung, dass mich sein In­ter­view zu ei­nem in­ter­es­san­ten Blo­gein­trag in­spi­rie­ren wür­de.

Das The­ma des In­ter­views war im Grun­de ba­nal. Es ging um die Fra­ge, die sich wohl je­der durch­schnitt­li­che Che­f­re­dak­teur nach Aus­zah­lung sei­nes Weih­nachts­gel­des stellt und die be­reits in gro­ßer Auf­ma­chung auf dem Ti­tel rank­te: „Wie le­ge ich 50.000 Eu­ro rich­tig an?“ Die Zahl 50.000 war üb­ri­gens in rot mar­kiert, was ich be­reits als sehr amü­sant emp­fand.

Wie ge­sagt. Ei­ne recht harm­lo­se Fra­ge, die nach den üb­li­chen Flos­keln bet­tel­te: Di­ver­si­fi­zie­ren. Nicht al­les auf ei­ne Kar­te set­zen. Ein we­nig Ak­ti­en, Ren­ten­pa­pie­re, An­lei­hen, In­dex-Zert­fi­ka­te, Fonds und na­tür­lich Li­qui­di­tät hal­ten. Das  Gan­ze im pro­fes­sio­nel­len Mo­ney­ma­ker­s­til breit aus­ge­sch­mückt, so dass es la­be­ra­ba­bernäs­sig lo­cker ei­ne Sei­te füllt, auf die man dann wer­be­kon­for­me An­zei­gen und Lo­gos plat­zie­ren kann. „Ist ja al­les nur Pa­pier“. Nicht wahr?

So soll­te es dann auch kom­men. Nur an­ders. Kür­zer. In nur ei­nem ein­zi­gen Satz und das auch noch im al­ler­letz­ten. Sen­sa­tio­nell! Die­ser Herr Beck - ich hat­te es ja ge­ahnt, wie er sich dort so auf dem Blätt­chen in bes­ter Till Eu­len­spie­gel-Ma­nier prä­sen­tier­te.

An­statt ge­wis­sen­haft auf die klein­geis­ti­ge Fra­ge zur si­che­ren Geld­an­la­ge zu ant­wor­ten, mach­te And­res Beck was ganz an­de­res. Er er­öff­ne­te lie­ber ein welt­um­fas­sen­des Kri­sens­ze­na­rio. Als gin­ge es ihm viel­mehr um die 50 Mil­lio­nen Eu­ro Fra­ge des Her­aus­ge­bers. Ein Schla­wi­ner halt. Ei­ner, der in bes­ter So­k­ra­tes-Ma­nier auf ko­mi­sche Fra­gen mit noch viel selt­sa­me­ren Fra­gen ant­wor­te­te. Der hier Sät­ze von sich gab, die rein ober­fläch­lich be­trach­tet er­heb­li­chen Un­sinn mach­ten. Die aber, ähn­lich wie einst das Ora­kel von Del­phi, nur der rich­ti­gen Deu­tung be­durf­ten. Welch Scha­ber­nack!
 
Al­so deu­te­te ich! 1. Sven, es geht hier nicht um 50.000 Eu­ro. Es geht um viel mehr. Es geht ums Gan­ze. Auf platt­deutsch ge­sagt um die Wurst und für al­le Ve­ge­ta­ri­er ans Ein­ge­mach­te. Und 2. Nichts ist si­cher au­ßer der Staat ge­winnt im­mer.  „Na doll. Und nun? „Mach es wie der Staa­t“ sch­mun­zel­te mir das Vor­stands-Ora­kel des ban­ke­n­un­ab­hän­gi­gen In­sti­tuts für Ver­mö­gens­auf­bau zu.
Al­so 3.? Mach Schul­den und zock die ab, die noch was ha­ben. Ei­ne in­ter­es­san­te Al­ter­na­ti­ve zum nor­mal­ö­den Ver­mö­gens­auf­bau-Ge­fa­sel ei­ner ge­sicht­lo­sen Geld-Lob­by und der po­li­ti­schen Uto­pie na­mens „Die pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge“, dach­te ich mir und hör­te mich Ta­ge spä­ter im Büro mei­nes Bank­be­ra­ters fol­gen­de For­de­rung stel­len: „Ich brauch 50.000 Eu­ro Kre­dit. So­fort.“ Die Ant­wort war ent­täu­schend. „Herr Ste­phan, wo­für wol­len Sie denn bit­te das Geld? Und oh­ne Si­cher­hei­ten?
Nein. Sor­ry.“ „Wie­so kei­ne Si­cher­hei­ten?“, er­wi­der­te ich.  „Als Teil die­ses Staa­tes ver­fü­ge ich über 8 Bil­lio­nen Eu­ro Pri­vat­ver­mö­gen...teil­wei­se ver­steht sich. Und bei  bis­lang ca. 1.7 Bil­lio­nen Staats­ver­schul­dung fal­len die 50.000 Eu­ro ja nun wir­k­lich nicht ins Ge­wicht! Al­so, her mit der Koh­le. Ach was - ich neh­me gleich das Dop­pel­te.“ Als man mich in Be­g­lei­tung meh­re­re Mit­ar­bei­ter höf­lich aber durch­aus be­stim­mend nach Drau­ßen be­g­lei­te­te war ich recht ver­blüfft.

„Mach es wie der Staat?“ Hat­te das Ora­kel ge­lo­gen? Was woll­te es mir sa­gen, das ich nicht ver­stand? Fleis­sig ar­bei­ten, pri­va­te Kos­ten sen­ken, nur noch das Aus­ge­ben, was ich wir­k­lich ha­be und viel  bes­ser - da­bei noch et­was spa­ren? Auf die­se wei­se brav ein klei­nes Ver­mö­gen auf­bau­en und für spä­ter was zu­rück­le­gen? Ver­giss es!!! Nein - das Ora­kel von Beck sag­te an­de­res: Schul­den ma­chen und die­je­ni­gen mit Ge­büh­ren und Steu­ern ab­kas­sie­ren, die noch was ha­ben. So stand es hier schwarz auf weiss.

Al­so schrieb ich am glei­chen Tag noch ei­ne E-Mail an mei­ne Bank. Ich for­der­te, vor­aus­ge­setzt man wol­le mich als Kun­den be­hal­ten, ei­ne ein­ma­li­ge Kun­den-Be­halt-Ge­bühr in Höhe von 50.000 Eu­ro. Soll­te mir dies je­doch ver­wei­gert wer­den, wä­re ich da­zu ge­zwun­gen, mein Kon­to un­ver­züg­lich auf­zu­lö­sen un­ter der For­de­rung ei­ner ein­ma­li­gen Kon­to-Auflö­sung-Auf­wands­ge­bühr von 25.000 Eu­ro. Im Hin­ter­kopf hat­te ich na­tür­lich be­reits die For­de­rung nach ei­nem ein­ma­li­gen Be­grüß­ungs­geld für Neu­kun­den in glei­cher Höhe bei mei­ner neu­en Bank: die so­ge­nann­te „Ban­ken-Neu­kun­den-Selbst-Emp­feh­lung-Pau­scha­le“. Ich emp­fahl mich freund­lichst und ver­wies na­tür­lich auf den Ar­ti­kel im Fo­cus-Mo­ney „es han­de­le sich hier ja sch­ließ­lich nur um Pa­pier und man sol­le sich nicht so ha­ben“

Seit Ta­gen war­te ich nun auf Ant­wort und ver­mu­te zu­neh­mend, dass mir sch­licht­weg die  staat­li­che und in­sti­tu­tio­nel­le Au­to­ri­tät, ge­schwei­ge denn Ge­walt fehlt, um mit­tels Ge­richt, Po­li­zei und im Not­fall so­gar un­ter Ein­satz des Mi­li­tärs mei­ne For­de­run­gen frist­ge­recht oder im nach hin­ein mit den ent­sp­re­chen­den Ver­zugs­zin­sen ein­t­rei­ben zu kön­nen.
  
Was ver­dammt noch mal woll­te Beck uns aber sa­gen? „Der Staat an sich ist ei­gent­lich ei­gen­tums­los.“, las ich er­neut we­nig über­rascht. „Sein ori­gi­nä­rer Zweck be­steht im Schut­ze des Ei­gen­tums durch Mi­li­tär, Po­li­zei und Ge­richt.“ Al­so doch. Das war die Auf­for­de­rung zum Putsch - oder? Ei­nen ei­ge­nen Staat grün­den? „Geld-Sport-Grup­pe Ste­phan“, schoss es mir durch den Kopf. Und NEIN! Das al­les er­schi­en mir ex­t­rem ab­we­gig, auf­wen­dig und vor al­lem nicht char­mant ge­nug, wie man heu­te bu­sin­ness­li­ke da­her re­det. Erst recht, wenn ich es mit dem ein­fa­chen, se­riö­sen, sau­be­ren Schul­den ma­chen ver­g­lich.

Zu­rück zum Ora­kel! „Man sol­le es dem Staat nach­ma­chen. Ei­ge­nes Ver­mö­gen auf­bau­en in dem man di­rekt an den Er­trä­gen der Pri­vat­wirt­schaft par­ti­zi­piert.“ Ich at­me­tet noch ein­mal tief ein, ver­such­te mich in mein Kind­heit­s­idol Dagobert Duck zu ver­set­zen und dann mach­te es Klick. End­lich hat­te ich es be­grif­fen. Es ging hier sch­licht und ein­fach um die „Aas­gei­er-St­ra­te­gie.“  Na ja. Da sag ich doch nur. Gu­ten Ap­pe­tit!


 


















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Kom­men­tar von Se­an Kent | 01.07.2016

Pri­va­te Dar­le­hen, kei­ne Boni­täts­prü­fung , sch­nel­le Ge­neh­mi­gung

Oh­ne Boni­täts­prü­fung , nie­d­ri­gen Zins­satz, GE­NEH­MIGT in 2-5 Ta­gen

Be­wer­ben Sie sich für ei­nen pri­va­ten per­sön­li­chen oder heu­te Bu­si­ness-Dar­le­hen zu sehr nie­d­ri­gen Zins­satz. Von per­sön­li­chen Bu­si­ness-Dar­le­hen, ha­ben wir die Lö­sung für Ih­re fi­nan­zi­el­len Be­dürf­nis­se.
Wenn Ih­re Bank auf Sie den Rü­cken dre­hen, ge­ben Sie nicht auf, las­sen Sie sich wie­der auf die St­re­cke zu hel­fen. Da die Aus­ga­be von Kre­dit- und Si­cher­heit ist et­was, das die Kun­den über zu­neh­mend be­sorgt sind,

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